Wer hin und wieder im Flagbit-Büro vorbeischaut, wird heute kein ganz unbekanntes Gesicht erblicken, denn wir freuen uns Jan Dettling, der seit Ende 2011 als Freelancer für uns tätig war, als neuen Flagbit-Mitarbeiter vorzustellen.

Flagbit: Hallo Jan, wie sah deine bisherige Arbeitslaufbahn aus?
Jan: Ursprünglich hatte ich Drucker und Industriekaufmann gelernt, jedoch stets nebenbei Webseiten entwickelt und meine Leidenschaft dazu immer weiter vertieft. Vor sieben Jahren habe ich mich dann mehr oder weniger von heute auf morgen dazu entschieden mich selbstständig zu machen, dies war ich dann auch von Februar 2006 bis Januar 2013.
Flagbit: Was für Projekte hast du realisiert?
Jan: Ganz unterschiedliche in jeder Hinsicht. Da ich aus dem Druckbereich komme habe ich neben der Webgestaltung zu Beginn sehr viele Printmedien gestaltet, von der Visitenkarte bis hin zum Plakat, von der Schaufensterbeschriftung bis zum Messestand war alles dabei, sogar einen Kinowerbespot habe ich realisiert. Jedoch war für mich schnell klar, dass meine Zukunft ausschließlich im Webdesign liegt und ich dort den Weg weiter beschreiten möchte. Ich habe von der kleinen Firmenvorstellungsseite über Shops und Individualsysteme ziemlich alles durch. Mein Schwerpunkt lag in der Individualentwicklung. Ich kümmerte mich um das Projektmanagement, Konzeption, Webdesign und Frontend. Alles weitere setzten zum Teil feste wie freie Mitarbeiter mit mir um.
Flagbit: Wie bist du auf Flagbit gestoßen und was für Aufgaben übernimmst du bei uns?
Jan: Über Patrick, mit dem ich die Firma Formosus GmbH & Co. KG betrieben habe. Nach einer Zeit kam ich zu Flagbit, um eigentlich nur kurzzeitig in der Frontend-Entwicklung auszuhelfen, was sich jedoch nach kürzester Zeit weg von der Frontend-Entwicklung über die Teamleitung bis zur Projektleitung entwickelte. Durch meinen großen Zeiteinsatz bei Flagbit war es abzusehen das es zielführend sein wird, als fester Bestandteil bei Flagbit einzusteigen.
Flagbit: Wann hast du gemerkt das Du besonders „talentiert“ für das Projektmanagement bist?
Jan: Da ich viele Projekte als Geschäftsführer in meiner eigenen Firma betreut habe und über die Jahre dabei verschiedene interne wie externe Teams koordinieren musste, konnte ich viel Erfahrung sammeln. Am Anfang meiner Laufbahn habe ich zum Beispiel Messeauftritte betreut, Printwerbung koordiniert, Kinowerbung erstellt und Fotoshootings geleitet und dann fünf Jahre fast ausschließlich Webprojekte realisiert. Viel Medienabdeckung also, wobei 80% meiner Arbeit im Bereich Webdesign waren.
Flagbit: Wie hast du die Zusammenarbeit mit Flagbit empfunden?
Jan: Einfach nur Klasse, ich kannte die Leute teilweise schon im Vorfeld, im TYPO3 Team konnte ich trotz eingeplanter Kurzhilfe überzeugen und habe mich wohlgefühlt und wurde gut aufgenommen. Beide Seiten waren sehr aufgeschlossen.
Flagbit: Seit wann hast du dich mit IT beschäftigt?
Jan: Ich habe mich schon früh für die alten Konsolen von meinen Schwestern interessiert (diese sind 10 und 16 Jahre älter). Dazu habe ich mich mit Visual Basic und Hardware beschäftigt. Mein Interesse stieg immer mehr über die letzten 23 Jahre. Vor 17 Jahren habe ich das erste Mal mit HTML angefangen, noch mit einfachstem Modem. Ich habe den ganzen Technologischen Fortschritt miterlebt, was mich bis heute begeistert.
Flagbit: Was hältst du von HTML5 und CSS3?
Jan: In vielen Punkten ist es sicherlich eine Bereicherung, in manchem meiner Meinung nach aber auch ein Rückschritt. Ein Beispiel ist, das HTML kein fester Standard mehr ist, sondern sich ständig im Wandel befindet. Leute, die nie gelernt haben XHTML Strict zu schreiben, werden nicht mehr daran gehindert, „Spaghetticode“ zu schreiben. In Zukunft trägt das nicht dazu bei, dass die Codequalität von Neuligen besser wird, was zu vielen Crashprojekten führen kann. CSS3 ist in jeder Hinsicht einfach nur klasse und ich freue mich auf den Tag an dem man uneingeschränkt von den Browsereinschränkungen alles ausreizen kann ohne ständig Fallbacks bauen zu müssen, jedoch ist das eine Krankheit, die es seit Anfang an gegeben hat und die sich noch eine Weile halten wird. Als Fazit ist aber die gesamte Entwicklung der Seitendeklarations-, Gestaltungs- oder Programmiersprachen auf dem richtigen Weg und wird uns so schnell nicht zur Ruhe kommen lassen. Vor allem ist Responsive Design eine Herausforderung, die noch einiges mit sich bringt.
Flagbit: Was empfiehlst du HTML/CSS Neulingen?
Jan: Viel Energydrinks und Mate, keine Freizeit, lernen-lernen-lernen, aber alles mit Spaß.
Das Feld ist für Neulinge unübersichtlich geworden, so dass man heute direkt anfangen sollte, sich auf das zu spezialisieren, was einem wirklich liegt. Durch die Spezialisierung ergeben sich nach und nach automatisch breitere Felder und die Dinge kommen fast von alleine. Allgemeine Technologien kann man nicht mehr breit gefächert angehen. Alte Hasen können das teilweise, aber Neulinge werden es da schwer haben. Am leichtesten fällt es jedem, der sein Hobby zum Beruf macht und sich eben auch in der Freizeit damit beschäftigt. Webentwicklung als starren Beruf in drei Jahren und etwas Berufsschule zu erlernen ist im Gegensatz zu einer kaufmännischen Ausbildung ist meiner Meinung nach nicht möglich. In unserer Branche braucht man aber richtige Leidenschaft, den Drang sich stets weiterbilden zu wollen und die Fähigkeit zur Selbstmotivation, denn was man heute weiß und anwendet, ist morgen vielleicht schon ein alter Hut und dann muss/möchte man weiter lernen.
Flagbit: Kannst du drei Dinge nennen, die man wissen sollte wenn man im Bereich Webdesign arbeiten möchte?
Jan:
- Beschäftige dich zuerst einige Zeit intensiv mit dem Thema und erst wenn du feststellst das du immer mehr und mehr wissen möchtest und in einer Art Suchtzustand gerätst hast du großes Potenzial, ist dies nicht so, dann lass es lieber gleich.
- Ruh dich nicht aus auf deinem Wissen, entwickle dich stets weiter und sei individuell, kreativ und Wissbegierig. Wieso, weshalb, und warum sollten stets deine stimmen im Kopf sein.
- Wenn du Frontendverliebt bist, dann merke eins: Pixelschubsen rockt! Entwickler sehen dies anders, allerdings können Sie es nämlich oft einfach nicht und sind neidisch weil ein gestyltes Formular hat einfach was im Gegensatz zum einfachen Browserstyling.
Flagbit: Was könntest du dir nach HTML fiktiv vorstellen?
Jan: Digitale Implantatsinterfaces, nur denken, der Rechner setzt es um – Ein Traum den ich wohl nicht mehr erleben werde.
Flagbit: Was machst du in deiner Freizeit?
Jan: Freizeit? Ich hab doch keine Freizeit. 
Zuerst wären da Aktivitäten mit meiner Familie, vor allem das Wickeln und Beruhigen meiner kleinen fünf Wochen alten Tochter, Magic the Gathering Turniere (Ein Trading Card Game das ich seit 1993 spiele), Brettspieleabende mit Freunden, Kinobesuche und vor das Lesen von Fachbüchern und Magazinen aller Art.
Flagbit: Wie denkst du, kannst du zum Erfolg von Flagbit beitragen?
Jan: Ich sorge dafür, dass Projekte nicht aus dem Ruder laufen, halte die Verbindung zum Kunden, unterstütze die Entwickler in Frontendaufgaben und die Geschäftsführung durch meine Erfahrungen meiner Selbständigkeit und bilde dazu noch Azubis in der Frontendentwicklung aus.