Im Rahmen des World Usability Day 2011 luden die Kollegen von der Agentur Kühlhaus und der Hochschule Mannheim ins Technoseum in Mannheim ein, wo sich Experten und Interessierte der Thematik “Usability” trafen, um sich über neueste Entwicklungen und Trends auszutauschen. Neben einem randvollen Programm von Vorträgen standen drei Workshops und eine Reihe von interessanten Studentenprojekten auf dem Plan.
Zum insgesamt siebten Mal wurde Usability weltweit anlässlich des “WUD” in den Mittelpunkt eines ganzen Tages gestellt, zum dritten Mal auch in Mannheim. Die Veranstaltung ist durch Dieter Leonhard, dem Rektor der Hochschule Mannheim eröffnet worden, die gemeinsam mit Kühlhaus die Organisation übernommen hatte. Er wies auf die Bedeutung der Benutzerfreundlichkeit aus Anwendersicht hin und versäumte es nicht, ein wenig Werbung für den Standort Mannheim und auch das Technoseum zu machen, das durchaus als Location zu gefallen wusste. Leider wies der Veranstaltungsraum selber ein paar Nachteile auf, wie z.B. die etwas unbequemen Sitze oder die gewöhnungsbedürftige Holzapparatur als Ablage. Zudem wurde von einigen Teilnehmern das Fehlen von Steckdosen beklagt, sodass auf wichtige Kommunikations- und Arbeitsgeräte verzichtet werden musste. Im Bereich “Usability” ist also noch Potenzial nach oben vorhanden. 
Generell war aber für alles gesorgt, es gab Brezeln und Getränke für alle und das Museum hat einen stimmigen Rahmen gebildet.
Die Vorträge selbst ließen aufgrund der einzelnen Themen auf spannende Aspekte und neue Erkenntnisse hoffen, leider musste aber so gut wie jeder Speaker dem begrenzten Zeitrahmen von 30 Minuten Tribut zollen und so wurde immer nur an der Oberfläche der einzelnen Problemfelder gekratzt, wenn überhaupt. Hier könnte man vielleicht in Zukunft durch etwas weniger Quantität an Vorträgen oder dem Aufsplitten in zwei getrennte Räume für etwas mehr Tiefgang sorgen und den Lerneffekt der Veranstaltung verbessern.
In einem der am meisterwarteten Vorträge widmete sich Holger Eggert von der Deutschen Telekom dem aktuell allgegenwärtigen Storytelling. Ein Pluspunkt gibt es für den “Aha-Effekt” am Ende, doch zumindest am Anfang ließ er es vermissen, das Interesse des Publikums so auf sich zu ziehen, wie man es von einem Storytelling-Experten erwartet hatte.
Interessant sicherlich auch die Thematik “Augmented Reality”, die Thomas Balduff von Total Immersion, ausgewiesenen “AR”-Experten, dem Publikum vorstellte. Bei Augmented Reality geht es um das Einbinden der Realität, meist konzentriert auf den einzelnen User in einen digitalen Kontext, wie beispielsweise einer Spielwelt. Thomas Balduff hatte vor allem viele kleine und unterhaltsame Beispiele seines Unternehmens aus der Praxis dabei, wie das virtuelle Aufziehen von Brillen, Ringen oder Uhren und vor allem spaßige (wenn auch etwas sinnfreie) Mini-Spiele, die mittels AR-Technologie und Webcam spielbar waren. Solche Features werden uns in Zukunft wohl häufiger begegnen, da Kampagnen dank fortgeschrittener Technologie nicht nur für Firmenriesen sondern auch für kleinere Unternehmen realisierbar sind. Nur schade, dass Rihanna nicht aus der mitgebrachten Nivea-Dose gezaubert werden konnte. 
Der nächste für uns interessante Vortrag, war der von Dennis Kleine von der Kühlhaus AG, welcher sich mit dem Thema “Service Design und Customer Experience von Mental Models und Gab-Analysen” befasst hat. In diesem Vortrag wurden nicht nur Vorteile von diesen neuen Methoden der Anforderungserstellung berichtet, sondern auch angewandte Beispiele dargelegt, welche veranschaulicht haben, was eine professionell geplante Testreihe im Vorfeld und während der Umsetzung zum Erfolg beitragen kann. Oft ist es doch so, dass der Agentur-Kunde nicht immer weiß, was seine Zielgruppe von ihm will, aber denkt, er wüsste es. Vor allem bei Projekten im 6-stelligen Bereich, sollte man sein Projekt während der Umsetzung von einem Spezialisten auf diesem Gebiet mitbetreuen lassen. Die weiteren Vorträge waren auch interessant, konnten aber mangels der jeweiligen Zeitbeschränkung nicht abschließend informieren und begeistern. Mehr Informationen findet man aber unter der Homepage des “WUD”.
Positiv überraschten die Studentenprojekte. Ob Touch-Tisch für das Restaurant, den “Gesundheitsspiegel” oder intelligenter Kühlschrank: Die Themen waren vielfältig und gut erarbeitet, doch vor allem die erstaunlich weit entwickelten Prototypen vor Ort überzeugten viele Besucher des WUD. Das hohe Potenzial der Nachwuchskräfte wurde jedenfalls ersichtlich.
Wir danken der Hochschule Mannheim und Kühlhaus für die Organisation der kostenlosen Veranstaltung (die umso bemerkenswerter ist, wenn man sich vor Augen hält, welche finanzielle Möglichkeiten bei anderen Veranstaltungen allein durch die Teilnehmergebühren vorherrschen) sowie den Teilnehmern und Gesprächspartnern für interessante Themen und Gespräche.
Nächstes Jahr werden wir gerne wieder dabei sein um einige neue Entwicklungen zu “Usability” im Rahmen des WUD in Mannheim zu Gesicht zu bekommen, würden uns jedoch die ein oder andere Anpassung der Rahmenbedingungen wünschen.