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IT Fachanwalt Timo Schutt beim 19. E-Commerce Stammtisch

In Hinblick auf den 19. E-Commerce Stammtisch am 11. März 2015, möchten wir heute unseren Gastreferenten Rechtsanwalt Timo Schutt vorstellen.

Flagbit: Guten Tag Herr Schutt 🙂 Stellen Sie sich bitte kurz vor: Wie sind Sie in die Rechtsbranche gekommen?

Timo Schutt: Ich habe in Heidelberg Jura studiert und wechselte nach dem 1. Staatsexamen für mein Referendariat an das Landgericht Karlsruhe. Nach dem 2. Staatsexamen habe ich mich ziemlich schnell mit meinem Partner selbstständig gemacht und die Kanzlei Schutt, Waetke Rechtsanwälte gegründet. Tja, und die gibt es seit nunmehr 12 Jahren.

Flagbit: Wann hatten Sie die ersten Berührungspunkte mit dem Thema „IT-Recht“? Welche Gründe gibt es, dass Sie sich gerade auf dieses Thema spezialisiert haben?

Timo Schutt: Ich hatte als Kind einen Schneider CPC Heimcomputer auf dem Schreibtisch stehen. Ich glaube der hatte 612 kb Speicher. Ich habe darauf gelernt kleine Programme in Basic zu programmieren. Ich bin ein sehr technikbegeisterter Mensch und wollte schon in diese Richtung gehen, als es den Begriff IT-Recht noch gar nicht gab. An der Uni gab es eine freiwillige Vorlesungsreihe, die – so glaube ich – noch EDV-Recht hieß.

Flagbit: Was sind Ihrer Meinung nach, die wichtigsten Faktoren in Hinblick auf die rechtliche Konformität eines Onlineshops und welche gilt es zuerst zu beachten?

Timo Schutt: Hier kann man keine Hierarchie aufmachen. Das dumme ist, dass schon ein fehlender Baustein den ganzen Shop abmahnfähig macht. Daher muss man das stets ganzheitlich angehen und einen Webshop in seiner Gesamtheit rechtlich aufsetzen bzw. prüfen.

Flagbit: Was werden in Zukunft die größten Herausforderungen für Online-Shop-Betreiber sein im Bereich des Rechts?

Timo Schutt: In Zukunft steht zu befürchten, dass der Verbraucherschutz und der Datenschutz weiter ausgebaut werden und den Webshop-Betreibern weitere Pflichten auferlegen. Wobei ich schon jetzt der Meinung bin, dass die Schraube im Bereich Informations- und Aufklärungspflichten überdreht ist.

Flagbit: Unternehmen im E-Commerce haben die Möglichkeit umfangreich Daten über ihre Nutzer zu sammeln und auszuwerten. Wie sehen Sie generell das Verhältnis zwischen dem „Big Data“ und Datenschutz?

Timo Schutt: Nun, es muss ausgewogene Regeln geben, die auf der einen Seite anonymisierte Auswertungen ermöglichen und auf der anderen Seite die Profilbildung unter direktem Personenbezug auf ein Minimum reduzieren.

Das Datenschutzthema ist heute auch ein großes Imagethema geworden. Ich bin der Meinung, dass man mit einem sauberen Datenschutzkonzept und strengen Maßnahmen zum Schutz der Kundendaten punkten kann. Wahrscheinlich bringt dies – zumindest langfristig – größere wirtschaftliche Vorteile, als ein zu ausufernder Umgang mit solchen Auswertungen.

Flagbit: Immer wieder sorgen aktuelle Urteilsverkündungen für Aufsehen in der Branche. Welchen Rat haben Sie für verunsicherte Online-Shop-Betreiber?

Timo Schutt: Es ist einem juristischen Laien unmöglich sich hier ständig aktuell zu halten und die Urteile auch rechtssicher umzusetzen. Selbst mir ist die Informationsflut teilweise ungeheuer. Der regelmäßige Gang zum Fachanwalt ist nach meiner Ansicht nicht nur erforderlich, sondern unter dem Strich auch kostengünstiger als der Selbstversuch oder die Hoffnung, dass die Abmahnung ausbleibt. Wir bieten dafür Beratungsverträge an. Auf Wunsch können wir auch einen proaktiven Updateservice vereinbaren, um den Kunden bei Änderungsbedarf zu informieren.

Flagbit: Welches Thema wird Ihrer Meinung nach 2015 im Fokus des E-Commerce Rechts stehen?  Welche weiteren Entwicklungen der Rechtsprechung halten Sie für  wahrscheinlich?

Timo Schutt: Zurzeit ist es spannend zu beobachten, wie die Gerichte das neue Fernabsatzrecht, das ja seit dem 13.06.2014 gilt, anwenden und auslegen. Dann können auch wir Juristen in der Praxis noch die eine oder andere Feinjustierung mit unseren Mandanten vornehmen. Das wird die Diskussion in 2105 sicher bestimmen.

Daneben dürften die Auswirkungen der zurzeit diskutierten Datenschutz-Grundverordnung der EU eine Rolle spielen, da deren Umsetzung sicherlich auch wieder Anpassungsbedarf bei den Webshops mit sich bringen wird.

Flagbit: Vielen Dank für das interessante Interview. Wir  freuen uns auf den Stammtisch am 11. März mit Ihnen.

Timo Schutt: Ich danke. Wir sehen uns am 11.03.

Vanessa Steinmetz
Vanessa Steinmetz
Vanessa Steinmetz ist PR-Managerin im Marketing der Flagbit GmbH & Co. KG. Sie ist zuständig für Öffentlichkeitsarbeit, Eventorganisation, Social Media und alle anfallenden redaktionellen Aufgaben im Bereich Online Marketing.

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